Werbehinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links (*). Bei einem Kauf über einen solchen Link erhalten wir ggf. eine Provision.

Startseite Ratgeber Kaufberatung
Vor dem Kauf

Kontaktgrill kaufen: worauf Sie achten sollten

Von außen sehen Kontaktgrills einander ähnlich. Unterschiede zeigen sich erst im Alltag — beim Platz auf der Arbeitsplatte, bei der Reinigung und dann, wenn vier Portionen gleichzeitig auf die Grillplatte sollen. Sechs Kriterien entscheiden, ob ein Gerät zu Ihnen passt.

✍️ Redaktion ⏱ Lesezeit: 6 Min
Geöffneter Kontaktgrill mit geriffelten Grillplatten auf einer Küchenarbeitsplatte

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grillfläche in cm² ist die belastbarste Größe, um Geräte direkt zu vergleichen.
  • Herausnehmbare Platten entscheiden über den Reinigungsaufwand — und darüber, ob Sie später Ersatz bekommen.
  • Ohne Temperaturregler wird ein Gerät schnell sehr heiß; das genügt für Toast, nicht für Fisch.
  • Aluminiumguss verteilt die Wärme gleichmäßiger als dünnes, gestanztes Blech — und wiegt mehr.
  • Die Geräte im Vergleich reichen von 800 W bis 2.200 W. Entscheidend ist das Verhältnis von Leistungsaufnahme zu Grillfläche.

Lohnt sich ein Kontaktgrill?

Ein Kontaktgrill nimmt auf der Arbeitsplatte den Platz eines Toasters ein und gart von beiden Seiten gleichzeitig. Das spart Zeit: Ein Steak braucht etwa die Hälfte der Pfannenzeit, und gewendet werden muss es nicht. Dafür bekommt es kein offenes Röstaroma, sondern die Streifen der geriffelten Grillplatte.

Die Anschaffung lohnt sich vor allem dort, wo ein Holzkohle- oder Gasgrill ausscheidet — in der Wohnung ohne Balkon, in der Teeküche, in der kleinen WG-Küche. Wer ohnehin einen Backofen mit Grillfunktion und eine schwere Pfanne hat, gewinnt vor allem Geschwindigkeit und Bequemlichkeit, nicht ein grundsätzlich anderes Ergebnis.

Die sechs Kaufkriterien

1. Grillfläche: rechnen, nicht schätzen

Die Grillfläche in cm² ergibt sich aus den Plattenmaßen. Die Geräte im Vergleich reichen von 22 × 13,5 cm (rund 300 cm²) bis zu den zwei Platten des größten Geräts mit zusammen rund 1.300 cm² laut Hersteller. Unter etwa 500 cm² grillen Sie für vier Personen in zwei Durchgängen.

Hersteller geben daneben Portionen an — „bis zu vier Burger-Patties", „bis zu sechs Portionen". Diese Angaben sind nützlich, aber schwerer zwischen Marken vergleichbar als die cm² — deshalb springen sie in unserer Bewertung nur ein, wenn ein Hersteller keine Flächenmaße nennt.

2. Plattenmaterial: Aluminiumguss, Blech oder Gusseisen

Das Material der Grillplatten bestimmt Wärmeverteilung, Gewicht und Lebensdauer — deshalb wiegt es in unserer Bewertung am schwersten. Aluminiumguss ist der verbreitete Kompromiss aus Wärmespeicherung und Gewicht. Dünnes gestanztes Aluminium heizt schneller auf, verliert aber beim Auflegen von kaltem Grillgut mehr Temperatur. Emailliertes Gusseisen hält die Hitze am besten; eines der beiden Profigeräte im Vergleich bringt laut Datenblatt rund 13 kg auf die Waage.

3. Beschichtung: PTFE oder Keramik

Fast alle Haushaltsgeräte tragen eine PTFE-Beschichtung — eine Antihaftschicht auf Kunststoffbasis. Zwei Geräte im Vergleich führen stattdessen eine Keramikbeschichtung, die laut Hersteller ohne PTFE auskommt. Über die Haltbarkeit sagt das Material für sich genommen wenig; entscheidend ist, wie Sie damit umgehen. Was die Beschichtung aushält und was sie zerstört, steht im Ratgeber zur Beschichtung.

4. Temperaturregler: fest, stufenlos oder automatisch

Fünf Geräte im Vergleich haben nur eine feste Heizstufe. Sie heizen laut Rezensionen schnell und sehr heiß — für Toast, Panini und Sandwiches reicht das. Bei dünnem Fisch oder Gemüse fehlt die Bremse. Ein stufenloser Thermostat löst das; Automatikprogramme gehen einen Schritt weiter und messen die Dicke des Fleischstücks oder die Kerntemperatur.

Die Faustregel: Wer nur presst und toastet, braucht keinen Regler. Wer Fisch, Gemüse und Steak auf demselben Gerät zubereitet, sollte einen einplanen.

5. Plattenart: herausnehmbar oder fest verbaut

Herausnehmbare Platten wandern nach dem Abkühlen in die Spülmaschine, sofern der Hersteller sie als spülmaschinenfest ausweist. Fest verbaute Platten werden am noch warmen, ausgesteckten Gerät mit einem feuchten Tuch abgewischt — das ist machbar, verlangt aber eine feste Gewohnheit. Genauso wichtig: Nur bei herausnehmbaren Platten kommt überhaupt Ersatz infrage, wenn die Beschichtung einmal hinüber ist.

6. Schwebescharnier und Plattenabstand

Ein Schwebescharnier lässt die obere Grillplatte parallel aufliegen, statt sie vorne anzuheben. Ohne diese Mechanik drückt die Platte bei dickem Grillgut nur hinten auf, und das Steak gart vorne langsamer. Geräte mit höhenverstellbarem Deckel oder einstellbarem Plattenabstand lösen dasselbe Problem auf anderem Weg — für dicke Sandwiches und Burger ist das der Unterschied zwischen gepresst und gegart. Nicht jeder Hersteller macht dazu eine Angabe; wo doch, steht sie in der jeweiligen Einschätzung unter „Ausstattung im Überblick".

Wie viel Watt ein Kontaktgrill braucht

Die Leistungsaufnahme allein sagt wenig. Ein kompaktes Gerät mit 800 W heizt seine kleine Grillfläche laut Rezensionen zügig auf; 2.000 W auf derselben Fläche wären kaum zu bremsen. Umgekehrt braucht eine Platte mit 29 × 26 cm spürbar mehr, um nach dem Auflegen nicht einzubrechen. Sinnvoll ist deshalb die Frage nach Watt pro cm², nicht nach Watt allein.

Die Bandbreite im Vergleich: 800 W bis 2.200 W. Zwischen 2.000 W und 2.200 W liegen die Geräte für den Familienbedarf.

Stromverbrauch und laufende Kosten

Ein Kontaktgrill läuft kurz und selten — das relativiert die hohe Leistungsaufnahme. Rechnen lässt sich das direkt: 2.000 W über 20 Minuten sind rund 0,67 kWh, 1.400 W über dieselbe Zeit rund 0,47 kWh. Multiplizieren Sie den Wert mit Ihrem Arbeitspreis je kWh, und Sie haben die Kosten eines Grillvorgangs.

Dazu kommt die Aufheizzeit, in der das Gerät unter Volllast arbeitet. Geräte ohne Temperaturregler takten danach ein und aus; geregelte Geräte halten die eingestellte Temperatur und nehmen dabei weniger auf.

Grillen in der Wohnung: Rauch und Geruch

Die geschlossenen Grillplatten leiten austretendes Fett in die Fettauffangschale, statt es auf ein offenes Heizelement tropfen zu lassen. Gegenüber einem Tischgrill entsteht dadurch weniger Rauch — rauchfrei ist es nicht. Bei fettem Fleisch und hoher Temperatur entstehen Dämpfe, und eine Rezension in unserer Auswertung beschreibt die Rauchentwicklung lediglich als minimal, nicht als abwesend.

Praktisch heißt das: Fenster auf oder unter der Abzugshaube grillen, die Fettauffangschale vor jedem Durchgang leeren und eingebrannte Reste abwischen. Alte Reste auf der heißen Platte sind die häufigere Geruchsquelle als das Grillgut selbst.

Zwei Geräte für zwei Einsatzbereiche

Aus dem Vergleichsfeld jeweils das Gerät mit der besten Bewertung in seinem Einsatzbereich, bei gleicher angezeigter Bewertung entscheidet die feiner berechnete Note. Bei „1–2 Personen" ist das aktuell ein schweres Gastro-Gerät mit rund 13 kg und 31 × 30,5 × 20 cm — wer den Stauraum aus den „Häufigen Fehlern" weiter unten ernst nimmt, findet im Vergleich für denselben Einsatzbereich auch leichtere Alternativen:

WMF Lono Kontaktgrill 2-in-1 Empfehlung
FAMILIE · KONTAKTGRILL

WMF Lono Kontaktgrill 2-in-1

BEWERTUNG 1,4

2-in-1-Kontaktgrill aus Edelstahl mit herausnehmbaren, spülmaschinenfesten Platten — laut Rezensionen hochwertig verarbeitet, aber vergleichsweise groß.

Beeketal BKG3 Gastro Kontaktgrill
1–2 PERSONEN · PROFIGERÄT

Beeketal BKG3 Gastro Kontaktgrill

BEWERTUNG 2,0

Schweres Gastro-Gerät mit Gusseisen-Grillplatten und Edelstahlgehäuse — laut Rezensionen robust verarbeitet, aber mit ungleichmäßiger Wärmeverteilung und knapper Grillfläche für mehrere Portionen.

Häufige Fehler beim Kauf

  • Nach der Leistungsaufnahme entscheiden, ohne die Grillfläche daneben zu legen.
  • Portionsangaben verschiedener Hersteller vergleichen — sie sind nicht auf dieselbe Portion bezogen.
  • Den Stauraum vergessen: Die größeren Geräte passen nicht in jeden Hängeschrank.
  • Fest verbaute Platten kaufen und die Reinigung auf später verschieben.
  • Von der Bezeichnung „Profigerät" auf eine Freigabe für den gewerblichen Dauerbetrieb schließen — die Hersteller der beiden Geräte im Vergleich geben keine an.

Fazit

Die Entscheidung fällt selten an der Leistungsaufnahme und fast immer an drei Punkten: Grillfläche, Plattenart und Temperaturregelung. Wer diese drei für den eigenen Haushalt beantwortet, kann die Geräte im Vergleich auf zwei oder drei eingrenzen — der Rest ist Ausstattung. Welche Bauform überhaupt die richtige ist, klärt die Abgrenzung der vier Bauarten.